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Eine Audiotour für sehbehinderte Menschen braucht drei Dinge, die eine gewöhnliche Tour nicht braucht: eine Beschreibung dessen, was zu sehen ist, Hinweise, um die Route zu gehen, und eine App, die sich mit einem Screenreader bedienen lässt. Im Folgenden lesen Sie für jeden Bereich, was Sie konkret tun, vom ersten Satz, den Sie schreiben, bis zur Testrunde mit echten Besuchern.
Der Rest Ihrer Tour ändert sich kaum. Sie arbeiten mit denselben Räumen, Objekten und Audiobeiträgen. Sie schreiben die Texte nur anders und achten bei der Bedienung auf einige Punkte, die man mit sehenden Augen leicht übersieht.
Audiodeskription schreiben: erst beschreiben, dann deuten
Audiodeskription ist die gesprochene Beschreibung dessen, was visuell zu sehen ist. Bei einem Gemälde, einer Maschine oder einer Aussicht ersetzt Ihr Text das Bild. Das gelingt nur, wenn Sie in der Reihenfolge beschreiben, in der jemand schaut: zuerst das Ganze, dann die Teile, dann das Detail.
Beginnen Sie mit Format und Material. „Ein Gemälde im Querformat, etwa einen Meter breit, Öl auf Leinwand.“ Dann die Komposition: Was ist links, was rechts, was im Vordergrund? Dann Farbe und Licht. Erst danach kommen Bedeutung, Geschichte oder historischer Kontext. Wer zuerst hört, dass ein Werk „die Rastlosigkeit des neunzehnten Jahrhunderts ausdrückt“, hat noch kein Bild vor Augen und kann den Rest Ihrer Erzählung nicht einordnen.
Einige Dinge machen in der Praxis den Unterschied:
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Verwenden Sie Richtungen aus Sicht der Besucher, nicht aus Sicht des Objekts. „Rechts von der Mitte“ ist eindeutig, „auf der rechten Seite der dargestellten Person“ nicht.
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Geben Sie Größen in greifbaren Vergleichen an: auf Augenhöhe, so hoch wie eine Tür, so groß wie eine Hand.
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Nennen Sie Farben ganz selbstverständlich. Auch Menschen, die blind geboren sind, kennen die Bedeutung von Rot oder Gold.
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Beschreiben Sie ein Objekt pro Audiobeitrag. Zwei Gemälde in einer Aufnahme lassen sich nicht wiederfinden, wenn jemand zwischendurch mit den Gedanken abschweift.
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Halten Sie einen Audiobeitrag kurz, etwa ein bis zwei Minuten. Zuhören ohne Bild kostet mehr Aufmerksamkeit als Lesen.
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Sagen Sie, was nicht da ist, wenn es wichtig ist: kein Geländer, keine Schwelle, keine Sitzgelegenheit im Raum.
Schreiben Sie für das Ohr: kurze Sätze, wenige Nebensätze, keine Verweise wie „wie oben beschrieben“. Lesen Sie jeden Audiobeitrag einmal laut vor. Was Sie selbst nicht in einem Atemzug sagen können, klingt auch in einer Aufnahme unruhig.
Hinweise zu Weg und Orientierung: von Punkt zu Punkt
Sehende Besucher lesen ein Schild oder sehen den nächsten Raum. Ohne dieses Bild braucht jemand eine gesprochene Wegbeschreibung, die von jedem Punkt zum nächsten führt. Das ist eine eigene Art von Audiobeitrag, getrennt vom Inhalt, und Sie schreiben ihn für jede Verbindung zwischen zwei Stationen.
Arbeiten Sie mit festen Bausteinen: wo man gerade steht, in welche Richtung es geht, wie weit, worauf man achtet und woran man merkt, dass man angekommen ist.
„Sie stehen mit dem Rücken zur Vitrine. Gehen Sie geradeaus, etwa zehn Schritte, bis Sie Holzboden unter Ihren Füßen spüren. Biegen Sie dort links ab. Die nächste Station ist auf Ihrer rechten Seite.“
Diese Richtlinien helfen dabei:
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Rechnen Sie in Schritten oder Metern, nicht in „ein Stück weitergehen“.
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Verwenden Sie links und rechts aus der Gehrichtung, und sagen Sie immer zuerst, wie jemand steht.
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Wählen Sie Orientierungspunkte, die man hören, fühlen oder riechen kann: einen Wechsel des Bodenbelags, eine Drehtür, den Hall eines hohen Saals, die Wärme an einem Fenster.
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Nennen Sie Hindernisse, bevor man auf sie trifft, nicht danach: eine Treppe mit der Zahl der Stufen, eine Schwelle, einen hervorstehenden Sockel.
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Beschreiben Sie an einer Abzweigung beide Möglichkeiten und sagen Sie, welche die richtige ist.
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Fügen Sie einen Hinweis zur Umkehr hinzu: was man tut, wenn man merkt, dass man falsch geht.
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Schließen Sie jede Station mit dem Start des nächsten Hinweises ab, damit keine Stille entsteht, in der jemand nicht weiß, was zu tun ist.
Bei einer Route im Freien wird das noch wichtiger. Verkehr, Baustellen und lose Gehwegplatten ändern sich. Eine Route entlang eines taktilen Leitsystems oder eines ruhigen Gehwegs ist besser geeignet als der kürzeste Weg.
GPS-Auslöser leisten hier viel. Ein Audiobeitrag, der automatisch startet, sobald jemand am Ort ankommt, erspart die Suche nach einer Nummer oder einer Taste. Legen Sie die Zone etwas großzügiger an als bei einer Tour für Sehende, und lassen Sie die Tour zuerst den Namen der Station nennen, damit man sofort hört, wo man ist.
Bedienung mit Screenreader und Sprachausgabe
Menschen mit einer Sehbehinderung bedienen ihr Smartphone mit VoiceOver unter iOS oder TalkBack unter Android. Sie wischen über den Bildschirm, hören, was unter ihrem Finger liegt, und tippen doppelt, um etwas auszulösen. Ihre Tour funktioniert erst dann, wenn jedes Element einen Namen hat, der vorgelesen werden kann.
Woran es in der Praxis hakt:
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Schaltflächen ohne Textbeschriftung. Ein Pfeil oder ein Symbol wird zu „Taste“ und sonst nichts. Jede Schaltfläche bekommt einen Namen: „Abspielen“, „Nächste Station“, „Zurück zur Raumliste“.
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Bilder ohne Alternativtext. Ein Foto zu einer Station sollte eine kurze Beschreibung haben, ein dekoratives Bild dagegen übersprungen werden.
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Eine Lesereihenfolge, die nicht stimmt. Wischen Sie die Tour von oben nach unten durch und prüfen Sie, ob die Elemente in einer logischen Reihenfolge erscheinen.
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Kleine Tippflächen. Machen Sie Schaltflächen groß genug, um sie ohne Hinsehen zu treffen, und platzieren Sie sie an jeder Station an derselben Stelle.
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Bildschirme, die von selbst weiterspringen. Wenn die Tour selbst zum nächsten Audiobeitrag scrollt, verliert man die eigene Position.
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Ablaufende Zeit. Keine Meldung, die nach drei Sekunden verschwindet. Lassen Sie die Besucher selbst schließen.
Der gesprochene Text selbst kommt aus der Sprachausgabe. Achten Sie dabei auf das, was eine Stimme falsch ausspricht: Eigennamen, Jahreszahlen, Abkürzungen, lateinische Namen in einem Naturgebiet. Schreiben Sie diese in Ihrer Quelldatei phonetisch aus, wenn die Stimme sie nicht richtig liest, und hören Sie jeden Audiobeitrag einmal vollständig an.
Denken Sie auch an den Einstieg. Man muss die Tour ohne Hilfe finden und starten können. Ein QR-Code ist für diese Zielgruppe kein Zugang. Sorgen Sie deshalb für einen kurzen Weblink und eine gesprochene Einführung, die erklärt, wie viele Stationen es gibt, wie lange die Tour dauert und wie man vor- und zurückspringt. Eine Tour, die direkt im Browser öffnet, erspart den Umweg über die Installation einer App.
Testen mit Besuchern, die die Tour wirklich nutzen werden
Audiodeskription und Wegbeschreibungen lassen sich nicht vom Schreibtisch aus beurteilen. Gehen Sie die Tour zuerst selbst mit geschlossenen Augen und einer Begleitperson an Ihrer Seite ab; dabei hören Sie schon, wo ein Hinweis zu vage ist. Danach testen Sie mit einer kleinen Gruppe von Besuchern mit Sehbehinderung, mit ihrem eigenen Smartphone und ihren eigenen Screenreader-Einstellungen.
Achten Sie während des Tests darauf, wo jemand stehen bleibt, wo er zurückgeht und wo er eine Frage stellt. Jede Frage ist eine Lücke in Ihrem Text. Passen Sie den Hinweis sofort an und gehen Sie das Stück noch einmal ab.
So setzen Sie es in Wandrz um
In Wandrz stellen Sie die Tour im Browser zusammen: Räume, Objekte, Text, Bild und Video. Für eine Audiotour für sehbehinderte Menschen nutzen Sie denselben Aufbau, mit ein paar Entscheidungen, die Sie vorab treffen.
Legen Sie pro Station den beschreibenden Audiobeitrag und die Wegbeschreibung als getrennte Elemente an, damit man den Weg noch einmal anhören kann, ohne die ganze Beschreibung zu wiederholen. Lassen Sie die Sprachausgabe die Texte mit einer natürlichen Stimme einsprechen, in jeder Sprache, die Sie brauchen; mit der automatischen Übersetzung in mehr als 70 Sprachen steht auch eine fremdsprachige Fassung derselben Tour bereit. GPS-Auslöser starten den richtigen Audiobeitrag vor Ort. Und die Tour läuft in Ihrem eigenen Corporate Design, direkt im Browser.
Kein technischer Aufwand, also gilt Ihre Aufmerksamkeit dem, worauf es ankommt: Texten, die das Bild ersetzen, und Hinweisen, mit denen jemand die Route selbstständig geht.
Möchten Sie wissen, wie das an Ihrem Standort aussieht? Fragen Sie eine Demo an und gehen Sie gemeinsam mit uns eine Station Ihrer bestehenden Tour in einer barrierefreien Fassung durch.